- Die AOK übernimmt Krankenfahrten und Krankentransporte nach den bundeseinheitlichen Regeln des § 60 SGB V.
- Ambulante Fahrten brauchen eine Verordnung (Muster 4) und meist eine vorherige Genehmigung.
- Die Zuzahlung beträgt 10 %, mindestens 5 €, höchstens 10 € pro Fahrt.
- katew vermittelt nur nicht-medizinische Krankenfahrten (Taxi/Mietwagen), keine qualifizierten Krankentransporte.
Mit Millionen Versicherten ist die AOK eine der größten gesetzlichen Krankenkassen. Bei AOK Krankentransport und AOK Krankenfahrten gelten die bundeseinheitlichen Vorgaben aus § 60 SGB V und der G-BA-Krankentransport-Richtlinie. Regionale AOKs (z. B. AOK Bayern, AOK Nordost) können die Abläufe organisatorisch leicht unterschiedlich handhaben, der rechtliche Rahmen bleibt jedoch identisch.
Wann übernimmt die AOK die Fahrtkosten?
Entscheidend ist der Behandlungsanlass:
- Stationäre Behandlung: Fahrten zur Aufnahme und Entlassung werden grundsätzlich übernommen.
- Ambulante Behandlung: nur mit vorheriger Genehmigung und in anerkannten Ausnahmefällen.
- Serienbehandlung (Dialyse, Onkologie): regelmäßig erstattungsfähig.
- Pflegegrad 3 (dauerhaft), 4 oder 5 sowie Merkzeichen aG, Bl, H: anerkannte Gründe für ambulante Krankenfahrten.
AOK Krankentransport vs. AOK Krankenfahrt
Die AOK genehmigt immer das medizinisch notwendige und wirtschaftlichste Beförderungsmittel:
| Beförderung | Wann? | Mittel |
|---|---|---|
| Krankenfahrt | keine Betreuung nötig | Taxi/Mietwagen, sitzend, Rollstuhl, Tragestuhl oder einfache Liegendfahrt |
| Krankentransport | fachliche Betreuung nötig | KTW |
| Rettungsfahrt | Lebensgefahr | RTW/Notarzt |
Mehr dazu im Beitrag Krankenfahrt oder Krankentransport? sowie zu den Beförderungsarten im Artikel Liegendtransport, Tragestuhl, Rollstuhl im Vergleich.
Antrag und Genehmigung bei der AOK, Schritt für Schritt
- Verordnung. Die Arztpraxis stellt das Muster 4 mit Begründung aus.
- Genehmigung. Bei ambulanten Fahrten reichen Sie die Verordnung vor der Fahrt bei Ihrer AOK ein, online, per Post oder in der Geschäftsstelle.
- Anbieterwahl. Sie wählen ein zugelassenes Taxi-/Mietwagenunternehmen. Über katew.de lassen sich regionale Anbieter vergleichen.
- Abrechnung. Der Anbieter rechnet meist direkt mit der AOK ab; sonst Erstattung gegen Beleg (AOK-Fahrtkostenerstattung).
Fahrtkosten von der AOK erstatten lassen
Es gibt zwei Wege, und sie werden oft verwechselt.
Direktabrechnung. Der Fahrdienst rechnet unmittelbar mit der AOK ab. Sie legen die Verordnung vor, unterschreiben die Fahrt und zahlen nur die Zuzahlung an den Fahrer. Das ist der Regelfall bei Taxi und Mietwagen.
Erstattung gegen Beleg. Sie zahlen zunächst selbst und holen sich das Geld zurück. Das betrifft vor allem Fahrten mit dem eigenen Auto, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fälle, in denen der Anbieter nicht direkt abrechnet.
Für die Erstattung brauchen Sie drei Dinge: die ärztliche Verordnung (Muster 4), den Originalbeleg über die Fahrt und, bei ambulanten Fahrten, die Genehmigung. Eingereicht wird über die App oder das Onlineportal Ihrer Regional-AOK, per Post oder in der Geschäftsstelle.
Zeit haben Sie mehr, als viele denken: Ansprüche auf Sozialleistungen verjähren erst vier Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind (§ 45 Abs. 1 SGB I). Trotzdem gilt: je früher, desto weniger Rückfragen.
Welches Formular braucht die AOK?
Hier entsteht regelmäßig Verwirrung, weil zwei verschiedene Papiere im Spiel sind.
- Muster 4 ist die Verordnung einer Krankenbeförderung. Sie kommt aus der Arztpraxis oder der Klinik und ist bundeseinheitlich. Ohne sie geht nichts.
- Der Erstattungsantrag ist ein hauseigenes Formular Ihrer Regional-AOK und heißt je nach Region unterschiedlich, etwa Antrag auf Fahrkostenerstattung. Es ist kein bundeseinheitliches Muster.
Wer online einreicht, braucht das zweite Formular oft gar nicht: In den Portalen der AOK genügt meist das Hochladen von Verordnung und Beleg über die Funktion für Kostenerstattung.
Eigenes Auto: was die AOK pro Kilometer zahlt
Bei einer genehmigten Fahrt mit dem privaten Kraftfahrzeug erkennt die Kasse die Wegstreckenentschädigung nach dem Bundesreisekostengesetz an, derzeit 0,20 Euro je gefahrenem Kilometer (§ 5 Abs. 1 BRKG).
Ein Detail, das oft übersehen wird und für Enttäuschung sorgt: § 60 Abs. 3 Nr. 4 SGB V deckelt die Erstattung auf die Kosten, die mit dem erforderlichen Verkehrsmittel entstanden wären. Wäre der Bus zumutbar gewesen, bekommen Sie den Buspreis, nicht die Kilometerpauschale. Beispielrechnung unter Fahrtkosten mit dem eigenen PKW.
AOK Bayern, PLUS, Nordost: was sich unterscheidet
Die AOK ist keine einzelne Kasse, sondern ein Verbund rechtlich selbstständiger Regionalkassen. Für Ihre Fahrt heißt das:
Gleich ist der rechtliche Rahmen. Anspruch, Genehmigungspflicht und Zuzahlung folgen bundeseinheitlich aus § 60 SGB V und der Krankentransport-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Eine AOK Bayern darf hier nichts anderes entscheiden als eine AOK Nordost.
Unterschiedlich ist der Weg. Formularnamen, Onlineportal, App, Postanschrift und Bearbeitungsdauer legt jede Regional-AOK selbst fest. Suchen Sie deshalb nach dem Erstattungsformular Ihrer konkreten AOK, nicht nach einem allgemeinen AOK-Formular.
Welche AOK für Sie zuständig ist, steht auf Ihrer Versichertenkarte.
AOK Krankentransport Kosten und Zuzahlung
Die reinen Transportkosten verhandelt die AOK regional mit den Leistungserbringern. Versicherte zahlen unabhängig davon nur die gesetzliche Zuzahlung: 10 %, mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro pro Fahrt. Wer die Belastungsgrenze erreicht, kann eine Zuzahlungsbefreiung beantragen. Aktuelle Richtwerte enthält der Beitrag Krankentransport Kosten & Preisliste; zur kassenübergreifenden Erstattung siehe auch Fahrtkostenantrag & Erstattung.
FAQ: AOK Krankentransport & Krankenfahrten
Zahlt die AOK das Taxi zum Arzt?
Nur bei ärztlicher Verordnung, medizinischer Notwendigkeit und, ambulant, vorheriger Genehmigung, etwa bei dauerhafter Mobilitätseinschränkung.
Wie reiche ich die AOK-Fahrtkostenerstattung ein?
Mit Verordnung und Originalbeleg über das Kundenportal, per Post oder in der Geschäftsstelle.
Übernimmt die AOK Dialysefahrten?
Ja, Fahrten zur Dialyse zählen zu den anerkannten Serienbehandlungen und werden bei Verordnung übernommen.
Gilt die Genehmigung auch rückwirkend?
Grundsätzlich ist die Genehmigung vor Fahrtantritt einzuholen. Ausnahmen sind im Einzelfall mit der AOK zu klären.
Wie viel zahlt die AOK pro Kilometer?
0,20 Euro je gefahrenem Kilometer nach dem Bundesreisekostengesetz, höchstens jedoch das, was das erforderliche Verkehrsmittel gekostet hätte.
Kann ich die Fahrtkosten online einreichen?
Ja. Die Regional-AOKs bieten dafür ein Onlineportal oder eine App an. Verordnung und Beleg werden als Foto oder Scan hochgeladen, die Originale sollten Sie bis zur Auszahlung aufbewahren.
Zahlt die AOK Fahrten zur Tagesklinik?
Fahrten zur tagesstationären Behandlung nach § 115e SGB V sind in der Krankentransport-Richtlinie gesondert geregelt und brauchen keine vorherige Genehmigung. Die ärztliche Verordnung ist trotzdem nötig.
Müssen Kinder die Zuzahlung zahlen?
Ja. Anders als bei Arzneimitteln (§ 31 Abs. 3 SGB V) und im Krankenhaus (§ 39 Abs. 4 SGB V) kennt § 60 SGB V für Fahrkosten keine Altersgrenze. Kinder und Jugendliche zahlen die 5 bis 10 Euro je Fahrt mit. Mehr unter Zuzahlung und Befreiung.
Fazit
Bei der AOK richtet sich die Kostenübernahme für Krankenfahrten und Krankentransporte nach Behandlungsanlass, Verordnung und Genehmigung. Versicherte tragen nur die gesetzliche Zuzahlung. Für die Organisation einer nicht-medizinischen Krankenfahrt mit Taxi oder Mietwagen unterstützt eine Vermittlungsplattform bei Anbieterauswahl und Preisvergleich, die eigentliche Fahrt führt stets das gewählte, zugelassene Unternehmen durch.
Quellen & weiterführende Artikel

Dino Lalic
Gründer & Geschäftsführer · katew.de
Dino Lalic ist Gründer von katew.de, der digitalen Vermittlungsplattform für nicht-medizinische Krankenfahrten in Deutschland. Die Inhalte basieren auf Recherche in offiziellen Quellen (§ 60 SGB V, G-BA-Krankentransport-Richtlinie, GKV-Spitzenverband) und langjähriger praktischer Auseinandersetzung mit den Abläufen der Patientenlogistik.


