DRK, ASB, Malteser, Johanniter: Hilfsorganisationen im Vergleich 2026
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DRK, ASB, Malteser, Johanniter: Hilfsorganisationen im Vergleich 2026

DRK, ASB, Malteser, Johanniter im großen Vergleich: Tradition, Leistungen, Rettungsdienst, Mitgliederzahlen und Unterschiede der vier großen Hilfsorganisationen.

Dino Lalic
Dino LalicGründer & Geschäftsführer · katew.de
24. April 20268 Min. Lesezeit

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische, rechtliche oder steuerliche Beratung. Bei medizinischen Fragen wende dich an deinen Arzt, bei rechtlichen Fragen an deine Krankenkasse oder eine fachkundige Beratungsstelle. Die Inhalte sind sorgfältig recherchiert (Stand: April 2026, Quellen siehe Artikelende), können sich aber jederzeit ändern. katew vermittelt ausschließlich nicht-medizinische Krankenfahrten. Qualifizierte Krankentransporte (KTW/RTW) und Notfälle bitte über 19222 bzw. 112.

Auf einen Blick
  • DRK, ASB, Malteser und Johanniter sind die vier großen deutschen Hilfsorganisationen mit Rettungsdienst, Krankentransport, Katastrophenschutz und sozialen Diensten.
  • Das DRK ist mit Abstand die größte Organisation und betreibt bundesweit den Großteil der KTW- und RTW-Flotte.
  • Malteser und Johanniter sind kirchlich verankert (katholisch bzw. evangelisch), ASB politisch unabhängig und arbeitnehmernah orientiert.
  • Bei Krankentransporten greifen alle vier auf identische gesetzliche Vorgaben (§ 60 SGB V) und vergleichbare Tarife zurück.

Der Rettungsdienst und Krankentransport in Deutschland ist historisch von vier großen Hilfsorganisationen geprägt: DRK, ASB, Malteser und Johanniter. Alle vier decken bundesweit Rettungsdienst, qualifizierten Krankentransport, Katastrophenschutz, Ausbildung und soziale Dienste ab. Dieser Beitrag vergleicht die Organisationen umfassend – Geschichte, Struktur, Leistungen und regionale Verfügbarkeit.

Die vier Hilfsorganisationen im Überblick

DRKASBMalteserJohanniter
Gründung1863188819531952
Traditionneutral, humanitärsozial-demokratischkatholischevangelisch
Mitglieder~4 Mio.~1,3 Mio.~1 Mio.~1,4 Mio.
Ehrenamtliche~440.000~60.000~80.000~45.000
Hauptamtliche~160.000~35.000~37.000~24.000
Rettungswachenflächendeckendgute Abdeckungbreit verteiltbreit verteilt

Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

Das Deutsche Rote Kreuz ist die mitgliederstärkste Hilfsorganisation Deutschlands und Teil der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Die DRK Krankentransport-Dienste sind in fast jedem Landkreis vertreten und stellen einen Großteil der bundesdeutschen Rettungsdienste.

Leistungen des DRK

  • Rettungsdienst und qualifizierter Krankentransport
  • Bergrettung und Wasserrettung
  • Blutspendedienst
  • Sozialarbeit, Migrationsdienste
  • Katastrophenschutz
  • Ausbildung: Erste-Hilfe-Kurse, Rettungssanitäter, Notfallsanitäter

Das Rettungsdienst Rotes Kreuz arbeitet strikt überparteilich und weltanschaulich neutral. Krankentransport Rotes Kreuz wird häufig über die regionale 19222 disponiert. Ein Rotes Kreuz Krankenwagen zählt zu den am häufigsten gesichteten Fahrzeugen im deutschen Straßenbild.

Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

Der ASB wurde 1888 aus der Arbeiterbewegung gegründet. Die Organisation hat politische Wurzeln in der Sozialdemokratie, arbeitet aber heute parteiunabhängig. ASB Krankentransport-Dienste sind besonders stark in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln und München vertreten.

Schwerpunkte des ASB

  • Rettungsdienst und Krankentransport
  • Hausnotruf – größter Anbieter in Deutschland
  • Pflegedienste und ambulante Betreuung
  • Jugendarbeit (Arbeiter-Samariter-Jugend)
  • Ehrenamtliche Betreuungsprojekte

Malteser Hilfsdienst

Die Malteser sind eine der jüngeren deutschen Hilfsorganisationen – gegründet 1953 auf Initiative des Deutschen Caritasverbandes und des Malteserordens. Die Malteser Rettungswagen sind bundesweit im Einsatz. Malteser Krankentransport-Dienste kooperieren vielfach mit kirchlichen Krankenhäusern.

Besonderheiten der Malteser

  • Katholische Werteorientierung, überkonfessionelle Offenheit
  • Rettungsdienst, Krankentransport und Sanitätsdienst
  • Internationaler Katastrophenschutz (Malteser International)
  • Besuchsdienste und Hospizarbeit

Johanniter-Unfall-Hilfe

Die Johanniter-Unfall-Hilfe steht in evangelischer Tradition und ist die Schwesterorganisation zu den Maltesern. Sie wurde 1952 durch den Johanniterorden gegründet. Johanniter Krankentransport und Rettungsdienst sind bundesweit aktiv, besonders stark in Norddeutschland und Ballungsräumen.

Leistungsprofil

  • Rettungsdienst und Krankentransport
  • Hausnotruf und ambulante Pflege
  • Kinderhilfe (Kitas, Hilfsprojekte)
  • Erste-Hilfe-Ausbildung
  • Rettungshundestaffeln

Private Krankentransport-Unternehmen

Neben den klassischen Hilfsorganisationen gibt es zahlreiche private Krankentransport-Unternehmen. Diese sind oft auf einen Fahrzeugtyp oder eine Region spezialisiert. Ihre Vorteile:

  • Flexible Terminvergabe
  • Spezialisierung auf Rollstuhl-, Tragestuhl- oder Liegendtransporte
  • Persönliche Bindung an Stammkund*innen
  • Kurze Anfahrtswege in dicht besiedelten Regionen

Krankentransport Privat wird häufig bei Dialysefahrten, Chemo-Fahrten und nicht erstatteten Selbstzahler-Fahrten genutzt. Ein Überblick über Kosten und Abrechnung bietet der Artikel Krankentransport Kosten & Preisliste.

Wer disponiert welchen Transport?

Bei qualifiziertem Krankentransport entscheidet in der Regel die regionale Rettungsleitstelle (erreichbar über die 19222) über den Einsatzfahrzeug-Dispatch. Patient*innen können den ausführenden Leistungserbringer meist nicht frei wählen – es kommt der nächstgelegene verfügbare Anbieter.

Bei nicht-medizinischen Krankenfahrten (Taxi/Mietwagen) ist die Anbieterwahl dagegen frei. Auf Vergleichsplattformen wie katew.de lassen sich regional tätige Fahrdienstleister in einer Anfrage vergleichen.

Gemeinsamkeiten aller vier Hilfsorganisationen

  • Gemeinnützige Struktur
  • Hohe Zahl ehrenamtlich Engagierter
  • Bundesweite Präsenz
  • Mitwirkung im Katastrophenschutz
  • Ausbildungsauftrag in Erster Hilfe
  • Beteiligung am regulären Rettungsdienst

Unterschiede im Alltag

Für Patient*innen sind die Qualitätsunterschiede in der täglichen Praxis oft gering – alle Organisationen sind an identische Landesrettungsdienstgesetze, Qualitätsrichtlinien und Ausbildungsstandards gebunden. Unterschiede zeigen sich bei:

  • Regionaler Verfügbarkeit
  • Zusatzleistungen (Hausnotruf, Ambulante Pflege)
  • Ausbildungsangebot
  • Kooperationen mit Krankenhäusern

Mitgliedschaft, Spenden und Ehrenamt im Vergleich

Alle vier Hilfsorganisationen finanzieren sich teilweise aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und ehrenamtlicher Arbeit. Die Struktur unterscheidet sich:

  • DRK: über 4 Mio. Mitglieder, Förderer-Mitgliedschaft ab 4 € / Monat. Größtes Ehrenamtskorps mit über 400.000 aktiven Helfer*innen.
  • ASB: rund 1,3 Mio. Mitglieder. Politisch und konfessionell unabhängig, häufig Hochburgen in NRW und Berlin.
  • Malteser: 1,3 Mio. Mitglieder, katholische Trägerschaft. Stark in Bayern und NRW, viele Auslandshilfsprojekte.
  • Johanniter: 1,3 Mio. Mitglieder, evangelische Trägerschaft. Schwerpunkte in Norddeutschland und Niedersachsen.

Wer eine der Organisationen unterstützen möchte, kann mit einer Mitgliedschaft, einer einmaligen Spende oder ehrenamtlichem Engagement (Sanitätsdienst, Sozialarbeit, Auslandseinsatz) beitragen.

Welche Hilfsorganisation wählen für den Krankentransport?

Aus Patient*innensicht ist die Wahl der Organisation meist nicht wichtig, weil die Leitstelle die Disposition übernimmt – das nächstverfügbare Fahrzeug kommt. Wer trotzdem Präferenzen hat, sollte folgende Kriterien betrachten:

  • Regionale Präsenz: Manche Regionen werden überwiegend von einer Organisation versorgt (z. B. Bayern eher Malteser, Norddeutschland eher Johanniter).
  • Ausstattung der Fahrzeuge: Bariatrische KTW oder Spezialfahrzeuge sind nicht überall verfügbar – ggf. vorab erfragen.
  • Persönlicher Bezug: Wer ehrenamtlich aktiv ist, kann die eigene Organisation bevorzugen.

Der Vergleich der Tarife lohnt sich vor allem bei Selbstzahler-Fahrten – hier können Preise zwischen 10 und 30 % schwanken. Eine Plattform wie katew bündelt Anbieter und macht Preise transparent.

FAQ zu den Hilfsorganisationen

Kann ich mir aussuchen, wer mich transportiert?

Bei qualifiziertem Krankentransport in der Regel nicht – die Leitstelle disponiert. Bei nicht-medizinischen Krankenfahrten haben Sie freie Anbieterwahl.

Welche Organisation ist die größte in Deutschland?

Das DRK – sowohl nach Mitgliedern als auch nach Einsatzzahlen.

Wer bildet die meisten Notfallsanitäter aus?

Das DRK betreibt die meisten Rettungsdienstschulen, gefolgt von Malteser und Johanniter.

Gibt es konfessionelle Vorgaben bei katholischen/evangelischen Organisationen?

Die Malteser und Johanniter haben ihre Wurzeln in den beiden christlichen Konfessionen, stehen aber Mitgliedern und Patient*innen aller Glaubensrichtungen offen.

Welche Organisation hat den schnellsten Rettungsdienst?

Die Hilfsfrist ist gesetzlich geregelt und organisationsunabhängig. Entscheidend ist die regionale Wachendichte, nicht der Träger.

Fazit

DRK, ASB, Malteser und Johanniter bilden das Rückgrat des bundesdeutschen Rettungsdienstes und Krankentransports. Für Patient*innen zählt weniger der Träger, sondern die regionale Verfügbarkeit und die Dispositionsgeschwindigkeit der Leitstelle. Bei nicht-medizinischen Krankenfahrten lohnt der Blick auf private Anbieter und Vergleichsplattformen, da hier Flexibilität und Preis eine größere Rolle spielen.

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